
Lernen fürs Leben
Das Thema „Stillstand“ passt weder zur Pflege im Allgemeinen, noch zu den Menschen, die bei uns Verantwortung tragen. Denn das Wissen verändert sich, die Anforderungen wachsen allüberall, während neue Aufgaben hinzukommen. Für unseren Geschäftsführer Simon Schneider und den Leiter der Ambulanten Versorgung Oliver Marek beginnt deshalb im September jeweils ein neuer Abschnitt: Marek startet seine Palliative Care-Weiterbildung, Schneider seine berufsbegleitende Promotion. Zwei unterschiedliche Wege mit einem gemeinsamen Ziel: Kompetenzen weiterzuentwickeln, die am Ende den Patientinnen und Patienten zugutekommen.
Oliver Marek kennt die pflegepartner praktisch seit Beginn seines Berufslebens. 2018 kam er als Praktikant ins Unternehmen, später folgte die Ausbildung zum examinierten Altenpfleger. 2023 begann er seine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung, seit 2024 leitet der heute 27-Jährige den ambulanten Bereich. Jetzt folgt die nächste Qualifikation.
Innerhalb eines Jahres absolviert Marek nun mehrere Palliative Care-Ausbildungsblöcke . Diese besondere Weiterbildung schafft die fachliche Voraussetzung, um schwerstkranke Menschen künftig noch intensiver begleiten zu können und zu dürfen. Stichwort: SAPV. Ein Bereich, den wir auch durch die Kooperation mit dem Palliativteam Oberhausen weiter ausgebaut haben.
Und für Marek ist das kein bloßer Karriereschritt. Trotz seiner Leitungsfunktion arbeitet er weiterhin aktiv in der ambulanten Versorgung. „Ich mache das aus dem Herzen heraus“, sagt er. Menschen möglichst lange zu Hause zu unterstützen, gehöre für ihn ebenso zur Pflege wie die Begleitung am Lebensende: „Es ist schön, Menschen über einen längeren Zeitraum zu begleiten und dann auch für sie da zu sein, wenn dieser Weg irgendwann zu Ende geht.“
Auch Geschäftsführer Simon Schneider will mehr wissen. Er studierte europäische Rechtswissenschaften in Maastricht, verbrachte ein Erasmus-Jahr in Frankreich, absolvierte zudem noch eine Ausbildung zum Pflegefachmann und erweiterte diese Qualifikation um die Pflegedienstleitung. Das berufsbegleitende MBA-Studium ergänzte seinen bereits ungewöhnlich breiten Bildungsweg.
Nun beginnt Schneider an der Alexandre-Lámfalussy-Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Sopron in Ungarn seine Promotion. Mindestens vier Jahre plant er dafür ein. In seiner Arbeit will er untersuchen, wie Vorgaben und Anreize der Pflegeversicherung die Geschäftsmodelle privater ambulanter Pflegedienste beeinflussen.
Dass dieser Schritt für ihn mehr ist als eine weitere Zeile im Lebenslauf, merkt man schnell: „Ich wollte schon immer promovieren“, sagt Simon Schneider. „Für andere ist vielleicht ein sportlicher Marathon die große Herausforderung im Leben. Für mich ist es diese wissenschaftliche Reise.“ Auf dieses Ziel habe er lange hingearbeitet – bereits sein Masterstudium habe er auch mit Blick auf eine spätere Promotion gewählt.
Bei Marek führt der Weg tief in die unmittelbare Versorgung schwerstkranker Menschen, bei Schneider stärker in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Pflegestrukturen. Beide zeigen damit, stellvertretend für ein ganzes Team, wie wertvoll es ist, offen und neugierig zu sein und zu bleiben. Für eine erstklassige Leistung in der Welt der Pflege.